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Neue F-Gase Verordnung ab dem 1.1.2015

29.07.2014
Die EG-VO 517-2014 über teilfluorierte Treibhausgase hebt die Verordnung Nr. 842/2006 auf. Im Folgenden erfahren Sie, welche praktischen Auswirkungen die neue F-Gase Verordnung, die im Wesentlichen eine neue Gewichtung von Kältemittelfüllmengen und die stufenweise Reduzierung der Mengen der in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kohlenwasserstoffe vorsieht, auf Ihre Anlagen hat.
 
Bisher bezogen sich Kältemittelmengen und die damit zusammen hängenden Regelungen auf die Füllmengen in kg, ab dem 1.1.2015 wird das CO2-Äquivalent zugrunde gelegt.
Vergleich des CO2-Äquivalents von 3kg R134a und 3kg R404A
Während 3 kg R134a ein CO2-Äquivalent von 4.200t hat, sind es bei R404A 11.200t.

Daraus ergeben sich folgende Neuregelungen für die Wartung und Instandhaltung Ihrer Kälte- und Klimaanlagen:

Für Anlagen > 40t CO2-Äquivalent sind Kältemittel mit einem GWP > 2500 untersagt ab 1.1.2020


Generell sind Anlagen in der Militärausrüstung, Anwendungen unter -50°C und Anlagen mit einem CO2-Äquivalent < 40 Tonnen von dieser Regelung ausgenommen. Bis zum 1.1.2030 dürfen außerdem aufgearbeitete Kältemittel mit einem GWP > 2500 (Kältemittel hat Eigenschaft des ungebrauchten Stoffes = durch Kältemittel Industrie) und recycelte Kältemittel mit einem GWP > 2500 (Wiederverwendung zurückgewonnener Kältemittel = durch Kälteanlagenbau) verwendet werden.
In der Praxis bedeutet das, das R404A in Gewerbekälteanlagen durch recycelte Ware bis 1.1.2030 zur Verfügung stehen wird, kleine Anlagen (siehe Tabelle) sind von der GWP Grenze 2500 nicht betroffen.
Beispiele für einige Kältemittel
Kältemittel GWP Nachfüllen ist Bei max. Anlagenfüllmenge
R134A 1'430 Unbegrenzt erlaubt da GWP < 2'500
R404A 3'922 Erlaubt bis 40t CO2 = 10,20 kg
R407C 1'774 Unbegrenzt erlaubt da GWP < 2'500
R410A 2'088 Unbegrenzt erlaubt da GWP < 2'500
R507 3'990 Erlaubt bis 40t CO2 = 10,20 kg

Neubau Klimaanlagen

Splitsysteme, VRF-Anlagen, Direktverdampfungssysteme

Sämtliche Systeme die ein Kältemittel mit einem GWP > 2500 verwenden, sind ab dem 1.1.2020 untersagt.
In der Praxis hat diese Regelung keine Auswirkung, da die eingesetzten Kältemittel R407C und R410A unter dem GWP-Grenzwert liegen.

Mono-Splitsysteme (1 Innen- und 1 Außengerät) < 3kg Füllgewicht

Die o.g. Systeme dürfen ab dem 1.1.2025 nur noch Kältemittel mit einem Kältemittel < 750 verwenden.
In der Praxis bedeutet das für Mono-Split Klimaanlagen, dass die derzeit üblichen Kältemittel R407C und R410A nicht einsetzbar sind und Hersteller daher Geräte mit einem Alternativ-Kältemittel auf den Markt bringen müssen. Diese Kältemittel werden "leicht brennbar" sein. Ein technisches Regelwerk steht dazu z.Z. noch nicht zur Verfügung.

Bewegliche Raumklimageräte

Die Verwendung von beweglichen Raumklimageräten mit einem Kältemittel GWP > 150 ist ab dem 1.1.2020 untersagt.
Für die Praxis ist zu vermuten, dass brennbare Kältemittel wie bei Haushalt Kühl- und Gefriergeräten zum Einsatz kommen.

Neubau ortsfeste Kälteanlagen

Sämtliche Systeme mit einem Kältemittel GWP > 2500 sind ab dem 1.1.2020 verboten.
Neu-Anlagen können dann nicht mehr mit den Kältemitteln R404A oder R422A /oder D errichtet werden. Es stehen jedoch R134a (GWP 1430) und diverse andere Stoffe zur Verfügung, auch der Einsatz von natürlichen Kältemitteln (CO2, NH3 Kohlenwasserstoffe) ist möglich.
Mit überkritischen CO2 Anlagen werden in den nächsten Jahren sämtliche Anwendungen der Gewerbe Kältetechnik realisierbar sein (GWP1).

Ausnahme:Ausnahme der Ausnahme:In der Praxis sind damit folgende Anlagen zulässig:

Kühl- und Gefriergeräte für die gewerbliche Anwendung

(Hermetisch geschlossene Einrichtung)
Kältemittel mit einem GWP > 2500 sind ab dem 1.1.2020 verboten. Damit sind Kühlmöbel mit geschlossenem Kältemittelkreislauf der das Kältemittel R404A verwendet nicht mehr einsetzbar.

Kältemittel mit einem GWP > 150 sind ab dem 1.1.2022 verboten. Chemische Kältemittel werden dann zumindest "leicht brennbar" sein und es werden vermutlich Kohlenwasserstoffe wie Propan verstärkt zum Einsatz kommen.

Neben den Neuregelungen für Anlagen wird die Menge der in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kältemittel begrenzt

Basis ist die in den Jahren 2009-2012 in der EU hergestellt und in die EU eingeführte durchschnittliche Gesamtmenge, ausgedrückt in CO2-Äquivalent.

Verringergung der Menge von in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kältemittel
Verringerung der Menge von in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kältemittel

Die massive Reduzierung des CO2-Äquivalentes wird eine massive Änderung der verwendeten Kältemittel bei Neuanlagen zur Folge haben.

Kälteanlagen:
Klimaanlagen (Direktverdampfung):Kaltwassersätze (Außenaufstellung)

Dichtheitskontrollen für Ortsfeste Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen

Ab dem 1.1.2015 wird die bisherige Logik vom 3 / 30 / 300 kg Füllgewicht auf CO2-Äquivalent umgestellt.
Dichtheitskontrollen für Ortsfeste Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen
Kältemittel GWP-Wert ab 5 Tonnen
jährliche
Kontrolle ab
(mit LES* alle
zwei Jahre)
ab 10 Tonnen
(hermetische
Systeme)
ab 50 Tonnen
halbjährliche
Kontrolle ab
(mit LES*
jährlich)
ab 500 Tonnen
vierteljährliche
Kontrolle ab
(mit LES*
halbjährlich)
R134a 1'430 3,5 kg 7,0 kg 35 kg 350 kg
R404A 3'922 1,3 kg 2,6 kg 13 kg 130 kg
R407C 1'774 2,8 kg 5,6 kg 28 kg 280 kg
R410A 2'088 2,4 kg 4,8 kg 24 kg 240 kg

Eine Ausnahme bildet die Übergangsregelung für Kältekreisläufe mit einem Füllgewicht von unter 3 kg und Hermetisch geschlossenen Systemen mit einem Füllgewicht unter 6 kg, hier ist bis zum 31.12.2016 keine Dichtheitsprüfung erforderlich.
In der Praxis müssen daher alle Dichtheitsprüfungsintervalle anhand der CO2-Äquivalentbasis überprüft und entsprechend angepasst werden.

Dokumentationspflicht des Betreibers für Einrichtungen, an denen Dichtheitskontrollen vorgeschrieben sind

Führung von Aufzeichnungen:
  1. Menge und Art der enthaltenen fluorierten Treibhausgase
  2. Alle Mengen die hinzugefügt werden
  3. Werden recycelte oder aufgearbeitete fluorierte Treibhausgase verwendet, so ist Name und Anschrift der Recycling- oder Aufarbeitungsanlage (ggfs. mit Zertifizierungsnummer) anzugeben
  4. Alle Mengen die entnommen werden
  5. Angaben zum Unternehmen, das Arbeiten an der Einrichtung durchgeführt hat (ggfs. mit Zertifizierungsnummer)
  6. Ergebnisse der Dichtheitsprüfung (Nachprüfung)
  7. Maßnahmen zur Rückgewinnung, Entsorgung der fluorierten Treibhausgase bei Stilllegung der Einrichtung

Betreiber und ausführende Unternehmen sind verpflichtet die Aufzeichnungen mindestens 5 Jahre aufzubewahren.


Weitere Informationen erhalten Sie auf auf den Internetseiten der Westfalen AG indem Sie hier klicken.










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